Wege Erwachsener in die Welt der Schrift: Schreibprozesse by Susanne Romberg

By Susanne Romberg

Neugierde battle es: Neugierde auf das, used to be nahezu jeder mit sich auskämpft, wenn ihn ein vor ihm liegendes leeres Blatt unerbittlich fordernd anstiert - fordernd nach einer Schöpfung aus dem Nichts, die sich des Wortes bemächtigt, gefaßt in unzäh­ ligen Kombinationen aus 26 bizarren Gebilden. Neugierde auch auf mich selbst: die Zumutung, mich als Verfasser I stets von neuem in Texten zu produzieren und dabei alle Fäden in der Hand zu halten, damit alles in Sätzen sitzt, wohlwissend, daß jedes Wort Folgen hat. Neugierde auch auf Analphabeten: diese Erwachsenen mit dem dringlichen, ja oft verzweifelten Wunsch, sich selbst in der Schrift zu haben, die ja nur vordergründig eine mit Schreibwerkzeugen auf Papier gebrachte Spur ist. Ihr Mut zu einem zwei­ ten Anlauf, die Schriftsprache endlich beherrschen zu lernen, und das damit stets verbundene Risiko, vom eigenen Unvermögen vorgeführt zu werden, lassen in dop­ peltem Sinne begreifen, was once hinter der Rede von der 'Macht der (geschriebenen) Sprache' steckt. Das vorliegende Buch ist die Arbeit, die vom Promotionsausschuß für den Doktor in den Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Mün­ ster als Inaugural-Dissertation angenommen wurde. Einen besonders herzlichen Dank möchte ich meinem Doktorvater, Herrn Professor Dr. Klaus-Peter Klein, für seine Bereitschaft aussprechen, mich in kritischer und engagierter Weise betreut und gefördert zu haben. Seine fachlichen Ratschläge und vielfältigen Ermutigungen waren mir jederzeit eine wertvolle Hilfe. Zu guter Letzt soll nicht unerwähnt bleiben, daß diese Untersuchung durch ein von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vergebenes Stipendium nach dem Graduiertenförderungsgesetz Nordrhein-Westfalens gefördert wurde.

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32 Vgl. exemplar. ](1981); vgl. V. (1976); zur Re-A1phabetisierung im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft arbeit-bildung-wohnen [Hrsg. ](1990). 33 Vgl. auch Franke (1981). 34 Vgl. ](1987). 35 Vgl. Überblick ober Initiativen der EG in: NEWS 1990, H. 5, S. 3. 36 Vgl. ](1988); exemplar. ](1989) in Österreich. B. ) schwer. V. (im folgenden: PAS/ DVV), 1984 Medienverbundprogramm "Alphabetisierung"40 des AGI und 1986 Projekt "Vermittlung elementarer Qualifikationen"41 der PASIDVV. 42 Mit dem Auslaufen dieser Modelle im Jahr 1989 delegierte das BMBW die Zuständigkeit von Bundes- auf Länderebene.

Konsens besteht in der Literatur allenfalls in der Auffassung, daß die Untersuchung von Prozessen der Begriffsbildung für die Analyse kognitiver Strukturen und Funktionen paradigmatisch ist (vg1. auch Seidenstücker/Groeben 1971). Schließlich geht die Tendenz dahin, 'Kognition' durch Pluralbildungen wie 'kognitive Prozesse' oder 'kognitive Funktionen' bzw. 'kognitive Strukturen' zu ersetzen, durch Begriffe also, die neben dem gemeinsamen Zweck die Vielfalt prozessualer Strukturen und Funktionen akzentuieren.

Aufgrund der Beurteilung des Individuums, ob ein Reiz angenehm oder unangenehm ist, entstehen Lust oder Unlust und - damit verbunden - eine Tendenz zur Annäherung oder Vermeidung. Ein weiterer Prufprozeß des Individuums gilt der Relevanz eines Reizes im Hinblick auf spezifische Bedürfnisse und Ziele. Der Grund, warum Menschen hierbei nicht die gesamte, in einer Situation verfügbare Information nutzen, ist in ihrer begrenzten Kapazität zur Informationsverarbeitung zu suchen. Um dennoch zur Bewältigung komplexer Situationen in der Lage zu sein, konstruiert das Individuum ein vereinfachtes Modell der Realität, das ihm als Handlungsbasis dient: "The first consequence ofbounded rationality is that the intended rationality of an actor requires hirn to construct a sirnplified model of the real situation in order to deal with it.

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