Kulturwelt, Diskurs und Lebensstil: Eine diskurstheoretische by Rainer Diaz-Bone

By Rainer Diaz-Bone

Das Buch legt die Theorie und Methode für die examine des lebensstilsbezogenen Sinns kultureller Genres vor. Die Kultursoziologie von Pierre Bourdieu wird aus diskurstheoretischer Sicht kritisiert: Bourdieus „Analyse des Sprechens“ gesteht der diskursiven Praxis keine Eigengesetzlichkeit in der sozialen Konstruktion lebensstilbezogener Wertigkeiten kultureller Genres zu. Insbesondere die Diskurstheorie von Michel Foucault kann dieses Defizit ausgleichen. Sie wird in der vorliegenden Untersuchung an die Bourdieusche Theorie vermittelt, um für eine diskurstheoretisch fundierte Sozialstrukturanalyse einen empirischen kultursoziologischen Ansatz zu entwickeln. Dafür wird eine diskurstheoretische Methodologie vorgelegt. Anhand einer vergleichenden Diskursanalyse zweier zeitgenössischer Musikwelten wird die Anwendbarkeit des diskurstheoretischen Ansatzes für die kultursoziologische Forschung demonstriert.

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H. als legitime Macht erscheinen, wenn es seine Grundlagen oder das seiner Akkumulation unterliegende Interesse verleugnet. Erst wenn in der kulturellen Produktion das unterliegende Interesse nach Erlangung eines im engeren Sinne auch ökonomischen Profits – das Produzenten wie Konsumenten nicht transparent ist – dissimuliert ist, kann es zu solchen symbolischen Profiten und künstlerischer Reputation kommen, die sich langfristig auch in ökonomischem Erfolg auszahlen. Die jeweilige Feldgeschichte ist diejenige des symbolisch ausgetragenen Kampfes um die künstlerische Vorherrschaft zwischen Künstlern, die sich verschiedenen Strömungen und Schulen zurechnen.

Der alleinigen Beurteilung nach formal-ästhetischen Kriterien, erst möglich wird in einem Autonomisierungsprozess künstlerischer Produktion und feldspezifischer Denkweisen und Wahrnehmungsformen zu Strukturprinzipien der Handlung (Bourdieu 1993c: 29). Die Forderung, die Autonomie der rein ästhetischen Bewertungskriterien anzuerkennen, entspricht der Forderung, die Autonomie des Künstlers anzuerkennen. Die Autonomie des Feldes ist eine relative Autonomie. Als Mikrokosmen sind kulturelle Felder zunächst durch einen Grad an Autonomie gekennzeichnet, der sie unabhängig macht gegenüber sozialen Prozessen außerhalb des Feldes, welche nur vermittelt auf das Feld einwirken.

5 Das Feldkonzept 53 (durch das Verlegen, das Auftreten bzw. Auftretenlassen, das Ausstellen) zu „weihen“, d. h. ihnen Wert zu verleihen, um sich so erreichte symbolische Profite anzueignen (vgl. Bourdieu 1986b: 132). Tatsächlich ist das symbolische Kapital in den Feldern kultureller Produktion nicht einfach die legitime Erscheinungsweise der anderen Kapitalien, sondern deren Verneinung. Hier kann es nur wirken, d. h. als legitime Macht erscheinen, wenn es seine Grundlagen oder das seiner Akkumulation unterliegende Interesse verleugnet.

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